Verifikation

Messtechnik

Nach ISO 8015 gilt der Grundsatz der Dualität. Dieser grenzt Spezifikation und Verifikation voneinander ab. Einfach ausgedrückt: Die Tolerierung gibt nicht vor mit welchen Mitteln die Messung durchgeführt werden soll. Auch bei vollständiger normgerechter Tolerierung bleiben für die Messung Freiheiten, die nicht durch die Zeichnung festgelegt sind.

Praxis trifft auf Theorie

Die Hersteller der Messmaschinen und Messsoftware waren schon gezwungen, geometrische Probleme zu lösen, bevor es ISO GPS als zusammenhängendes Regelwerk gab. Unterschiedliche Hersteller haben unterschiedliche Lösungen in ihren Produkten implementiert. Zum Teil erklärt das vorhandene Diskrepanzen zwischen den theoretischen Regeln der ISO und der üblichen Praxis in den Messlaboren. Außerdem decken die Regeln der ISO noch nicht alle Fälle ab, die in der Praxis sinnvoll sind. Kompromisse sind notwendig und erfordern Kenntnisse der Normen und der messtechnischen Praxis.

Prüflehren

Mit Lehren lassen sich Bauteile schnell und einfach prüfen. Dies kann produktionsbegleitend mit bis zu 100 Prozent der Teile durchgeführt werden. Damit lassen sich wichtige Funktionen, typischerweise die Verbaubarkeit, kostengünstig absichern. Besonders wenn Komponenten zur weiteren Montage an den Kunden geliefert werden, sollte die Verbaubarkeit einen hohen Stellenwert bekommen. Als Lieferant möchte man nicht für einen Bandstillstand verantwortlich sein. Solche Lehren, auch “Abstecklehren” genannt, können nicht einzelne Maße prüfen, sondern sie prüfen immer eine Kombination aus Größenmaße, Form- und Lagetoleranzen. Eine Lehre zu konstruieren erfordert vertieftes Wissen, wie diese Toleranzarten zusammenwirken und wie man daraus virtuelle Grenzzustände und damit die Bemaßung der Lehre definiert.